Warum glauben Menschen an UFOs, an einen Einfluss des Mondes und an die Wirksamkeit von obskuren Heilmethoden? Die Frage nach den Ursachen paranormaler Überzeugungen wird zwar des öfteren untersucht, doch hat die Forschung noch kein endgültiges Ergebnis zutage gefördert. Jedenfalls sind Menschen die "sowas" glauben nicht leichtgläubiger als andere - was aber ist es dann, das manche anfällig für Hokuspokus macht und was macht andere zu hartgesottenen Skeptikern? In diesem Zusammenhang wird häufig behauptet, dass die paranormalen Überzeugungen in den letzten Jahren zugenommen hätten - und die Schuld daran wird zum Teil in den immer häufigeren paranormalen Inhalten des Fernsehens (von "Akte X" bis "Buffy") gesehen. Christoph Bördlein wird in seinem Vortrag diese These mit der nötigen Skepsis auf ihre Stichhaltigkeit hin untersuchen und zugleich schlaglichtartig die Medienwirkungsforschung im allgemeinen sowie andere mögliche und bereits belegte Einflüsse auf die ungewöhnlichen Überzeugungen besprechen.

Dr. Christoph Bördlein, Diplom-Psychologe und mittlerweile Mitarbeiter in einem Berufsförderungswerk, arbeitete bis Dezember letzten Jahres als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Psychologie I der Universität Bamberg zu Fragen der Lernpsychologie, des Lernens am Modell und der Medienwirkungsforschung. Bei der Untersuchung der Frage nach den Ursachen paranormaler Überzeugungen verknüpft er berufliches mit privatem Interesse: Bördlein ist Mitglied der GWUP und Autor zahlreicher Artikel in der Zeitschrift "Skeptiker". Sein Buch "Das sockenfressende Monster in der Waschmaschine", eine vergnügliche Einführung ins skeptische Denken, ist vor kurzem im Alibri-Verlag, Aschaffenburg, erschienen.